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Do 29.11.: Derivate – Gottes Werk oder Teufels Beitrag?


Donnerstag, 29. November 2012, 19:00 Uhr, Zeughaus, Reichlesaal 116
Professor Dr. Andreas Rathgeber (Wirtschaftsinformatik), Universität Augsburg

Derivate sind seit der Finanzkrise 2007 stark in Verruf geraten. Der Wirtschaftswissenschaftler Serge Demolière, Vorstand der Landesbank Berlin, bringt es – in einem inzwischen als legendär geltenden Zitat – auf den Punkt:

„Welcher Laie wird wohl je ver­stehen, daß der Ver­käufer der Verkaufs­option bei der Aus­übung der Verkauf­soption durch den Käufer der Verkaufs­option der Käufer der von dem Käufer der Verkaufs­option ver­kauf­ten Wert­papiere ist?”

Derivate (lat. derivare – ableiten) sind Finanz­instru­mente, deren Wert kon­struk­tions­gemäß vom zukünf­tigen Wert ande­rer Güter wie etwa Roh­stoffen, Wert­papieren oder auch Zins­sätzen abhängt. Es handelt sich dabei ganz allge­mein um Termin­geschäfte, in denen die Vertrags­partner sich ver­pflich­ten, zu einem vorher fest­gelegten Zeit­punkt unter bestimm­ten Bedin­gungen eine Ware zu kaufen bzw. ver­kaufen. Ziel ist es, Risiken wie etwa Kurs- bzw. Preis­schwan­kungen oder auch verän­derte Rahmen­bedin­gungen (Stich­wort Wetter­derivate) an Parteien auszu­lagern, die sich besser imstande sehen, dieses Risiko zu tragen. Die sich damit eröff­nende Mög­lich­keit der Speku­lation hat in der Öffent­lich­keit nicht gerade positiv zum Ruf der Derivate beige­tragen. Ferner sehen sich Privat­anleger oft mit einer poten­tiell unbe­schränk­ten Komple­xität konfron­tiert, und die man­gelnde Trans­parenz kann schnell – nicht nur für Privat­anleger – zu weit­reichen­den Fehl­ent­schei­dungen führen. Das Span­nungs­ver­hältnis zwischen Chancen und Risiken von Deri­vaten soll im Mittel­punkt dieses Vortrags stehen.

 

Der Eintritt ist frei.