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Euler-Medaille des Institute of Combinatorics and its Applications (ICA) im Jahr 2018 für Prof. Dr. Dieter Jungnickel


Als viertem deutschen Mathematiker ist Prof. Dr. Dieter Jungnickel, emeritierter Ordinarius für Diskrete Mathematik, Optimierung und Operations Research vom Institute of Combinatorics and its Applications (ICA), das seinen Hauptsitz an der Florida Atlantic University in Boca Raton hat, die Euler-Medaille verliehen worden. Mit der vom ICA 1993 geschaffenen Auszeichnung sind vor Jungnickel weltweit 31 Forscherinnen und Forscher für ihre herausragenden Lebensleistungen in der Kombinatorik ausgezeichnet worden. Die Kombinatorik ist eine Teildisziplin der Diskreten Mathematik, die sich mit mathematischen Strukturen auf endlichen Mengen befasst.

Dieter Jungnickel, so heißt es in der ICA-Laudatio auf den 67-jährigen Augsburger Mathematiker, habe in seinen Forschungen ein enorm weites Spektrum an Themen der Diskreten Mathematik abgedeckt und dabei immer wieder gewinnbringend Verbindungen zwischen diesen einzelnen Themen hergestellt. Dies spiegle sich in seinen mehr als 200 Forschungspublikationen, die inhaltlich u. a. von der Design- und Kodierungstheorie über die Auseinandersetzung mit Endlichen Körpern und Gruppentheorie in der Algebra sowie die Endliche Geometrie bis hin zum Operations Research, also zur Optimierungsrechnung in der Unternehmensforschung, reichen.

In vielerlei Beziehung eine treibende Kraft in der Kombinatorik

Hervorgehoben wird weiterhin, dass Jungnickel gemeinsam mit T. Beth und H. Lenz die treibende Kraft hinter dem zweibändigen enzyklopädischen Klassiker „Design Theory“ gewesen sei. Darüber hinaus habe er vor 25 Jahren gemeinsam mit R. Mullin and S. Vanstone in Form des international führenden Journals „Designs, Codes and Cryptography“ ein gemeinsames Forum für die Kooperation und Integration der Kombinatorik-Teildisziplinen Design- und Kodierungstheorie und Kryptographie geschaffen, dessen Hauptherausgeber er nach wie vor ist. Nicht zuletzt aufgrund seines Engagements bei der Organisation zahlreicher Konferenzen und Workshops und seines unermüdlichen Einsatzes für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei Jungnickel einer der führenden Köpfe der internationalen Kombinatorik-Community.

Gut zwanzig Jahre Ordinarius an der Universität Augsburg

Der gebürtige Berliner Dieter Jungnickel, der bei Hanfied Lenz – dem dritten Träger der Euler-Medaille im Jahr 1995 – an der FU Berlin 1976 promoviert und dort zwei Jahre später bereits auch habilitiert hat, war – nach einer Professur an der Universität Gießen – von 1993 bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Diskrete Mathematik, Optimierung und Operations Research.

Die Euler-Medaille ist benannt nach dem Schweizer Leonhard Euler (1707 bis 1783), der aufgrund seiner wegweisenden Beiträge u. a. zur Analysis und zur Zahlentheorie als einer der bedeutendsten Mathematiker aller Zeiten gilt. In Empfang nehmen wird Jungnickel die Medaille auf einer der anstehenden großen internationalen Kombinatorik-Konferenzen, voraussichtlich auf der Combinatorics 2020 in Mantua (Italien). „Ich kann nicht leugnen“, so Jungnickel, „dass ich mich durch diese Auszeichnung, die fraglos eine der höchsten ist, die es in der Diskreten Mathematik gibt, außerordentlich geehrt fühle; und wie sehr ich mich dementsprechend auch auf die feierliche Überreichung freue.“

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Meldung vom 18.04.2019