|
|
||||||||
|
|||||||||
|
|
|
|
||||||||
|
Forschungsgebiete:
Nichtlineare Analysis Partielle Differentialgleichungen Verzweigungstheorie Dynamische Systeme Es ist ein allgemeines Prinzip in der belebten wie
unbelebten Natur zu erkennen, eine größtmögliche Wirkung bei möglichst geringem
Aufwand zu erzielen. Menschen, Tiere, Pflanzen folgen diesem Prinzip meist
instinktiv, aber auch ein Lichtstrahl sucht sich in einem inhomogenen Medium
den Weg, auf dem er in kürzester Zeit zum Ziel gelangt. Ein Fettauge auf der
Suppe ist kreisförmig, weil dadurch der Rand am kleinsten wird, was ein
allgemeines physikalisches Prinzip bestätigt, wonach sich stabile Gleichgewichtszustände
durch minimale Energie auszeichnen. Die Natur läßt sich deshalb mit Erfolg
durch Extremalprinzipien beschreiben, insbesondere, wenn dies in mathematischer
Sprache geschieht. Wie minimiert (maximiert) man indessen “Funktionale“? Schon
in der Schule lernt man, daß dazu die 1. Ableitung gleich Null zu setzen ist.
Bei komplexen Systemen sind die relevanten Funktionale, die z.B. die Energie beschreiben,
freilich komplizierter als es eine reellwertige Funktion einer reellen
Veränderlichen ist, das Prinzip ist allerdings das gleiche: In einem extremen
Zustand verschwindet die „1. Variation“, welche die historische Bezeichnung für
die 1. Ableitung eines allgemeinen Funktionals ist. Das Verschwinden der 1. Variation in Extremalen
bedeutet, daß Extremale, welche i.a. Funktionen einer oder mehrerer
Veränderlicher sind, mathematische Gleichungen erfüllen müssen, welche in
der Regel nichtlineare (partielle)
Differentialgleichungen sind. Diese Gleichungen enthalten eine Reihe von Parametern,
die physikalische Daten repräsentieren. Es ist bekannt, daß sich bei Änderung
der Parameter auch die extremalen Zustände ändern können, wie dies im
einfachsten Fall einer reellwertigen Funktion einer Veränderlichen dargestellt
ist:
Hier ist skizziert, wie aus einem Minimum (=
stabiles Gleichgewicht) durch eine kleine Änderung (Störung) zwei Minima und
ein (lokales) Maximum (= instabiles Gleichgewicht) entstehen kann. Am Lehrstuhl
für Nichtlineare Analysis studieren wir das Lösungsverhalten nichtlinearer Gleichungen
in Abhängigkeit von Parametern („Verzweigungstheorie“). Im skizzierten Fall
entstehen aus einer stabilen Lösung insgesamt drei Lösungen, von denen
typischerweise die ursprüngliche stabile Lösung ihre Stabilität ver- |